Zweite Fliegerbombe – zweite Evakuierung

Lagebesprechung

„Das ist doch ein Scherz“, sagte am 29. Mai 2018 so manche Frau oder Mann, die in der Einrichtung der Barmherzigen Brüder in Äußeren Passauer Straße leben und arbeiten, als sie vom zweiten Bombenfund innerhalb weniger Tage hörten.
Schnell stellte sich heraus, dass dies kein Scherz ist. Nur wenige Meter neben der Fundstelle der letzten Bombe wurde die zweite Bombe gefunden, ähnlich groß wie die letzte Fliegerbombe, aber mit einer höheren Sprengkraft.
Wie auch elf Tage zuvor mussten rund 400 Menschen aus der Einrichtung evakuiert werden und mit Bussen und Sonderfahrdiensten in die Turnhalle des Ludwigsgymnasiums gebracht werden. Manche Menschen, die schon bei der letzten Evakuierung dabei waren, nutzten das schöne Wetter aus und gingen zu Fuß oder fuhren mit dem Fahrrad Richtung Ludwigsgymnasium.
Und dann hieß es wieder warten. Auf neue Informationen rund um den Fund und neue Wetterprognosen.

Wie auch schon am 17. Mai 2018 beschrieb Anna Höltl, Bereichsleiterin Wohnen, die Situation als „entspannt und ruhig“. Trotz der Sondersituation wurde auch gelacht und gescherzt, fanden schöne Begegnungen und gute Gespräche statt. Voraussetzung für diese Atmosphäre war sicherlich die wieder unglaublich große Hilfsbereitschaft und Solidarität vieler Mitarbeiter, die selbstverständlich länger dablieben, extra kamen und mit viel Ruhe und Professionalität die Situation meisterten. Souveränität, Fachlichkeit, Empathie, gefestigte Bindungen und auch Humor der Mitarbeiter schafften Sicherheit für die Bewohnerinnen und Bewohner, die auch diese zweite Sondersituation so gut meistern konnten.
Gegen 23:00 Uhr entschied die Polizei, dass nach der erfolgreichen Entschärfung die Sperrungen wieder aufgehoben werden konnten und alle wieder nach Hause konnten. Gegen Mitternacht waren alle wieder in der Einrichtung und konnten erschöpft und bei Regengeprassel im eigenen Bett einschlafen.
Alle waren sich am Ende dieses Tages einig: Gott sei Dank ist wieder alles einigermaßen gut verlaufen und die Erfahrungen der ersten Evakuierung waren hilfreich für ein noch professionelleres Handeln an diesem Tag. Eine weitere Evakuierung braucht und will aber wirklich niemand mehr.

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