Über 125 Jahre Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder in Straubing

Über 125 Jahre Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder in Straubing

Anfang 1884 zogen die Barmherzigen Brüder in das ehemalige Altstadt-Schulhaus an der Petersgasse, um dort eine „Kretinenanstalt für Männer zur Dauerpflege“ zu errichten. 1893 erfolgte der Umzug in den Neubau an der Äußeren Passauer Straße.

Viele Entwicklungen waren anschließend festzustellen. Ackerbau und Viehzucht ermöglichten den Brüdern und „Pfleglingen“ eine weitest gehende Selbstversorgung. In der Zeit des 1. Weltkrieges lebten circa 430 Menschen mit Behinderungen und 20 Kriegsverletzte in der Einrichtung.

In der nationalsozialistischen Zeit ist mit Sicherheit das dunkelste Kapitel der Geschichte der Einrichtung zu verzeichnen. Behinderte und psychisch kranke Menschen störten als „minderwertige Elemente“ im rassistischen Weltbild der Nationalsozialisten und sollten mit dem Ziel der „Sozialhygiene“ „ausgemerzt“ werden.

Circa Dreiviertel der über 600 Pfleglinge, die Straubing verlassen mussten, lebten bei Kriegsende nicht mehr. Viele Menschen wurden in Schloss Hartheim bei Linz getötet.

Die Bomben zerstörten die Pflegeanstalt zu 80 Prozent. Bis 1964 dauerte der Wiederaufbau der Einrichtung.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stehen im Rahmen eines Generalsanierungskonzeptes die Zeichen auf Weiterentwicklung. Der Bau mehrerer Wohnheime, die Eröffnung einer Förderstätte und zweier Werkstätten sowie 1991 der Start der Johannes-Grande-Fachschule für Heilerziehungspflege und der Bau des Begegnungszentrums zeugen davon.

Seit dem Abzug des Konventes 1990 steht die Einrichtung unter weltlicher Leitung.

1994 öffnete sich das Wohn- und Pflegeheim der Barmherzigen Brüder Straubing erstmals für Frauen.

2009 ging es auf den Träger „Barmherzige Brüder gemeinnützige Behindertenhilfe GmbH“ mit Sitz in Regensburg über.

Zum 125-jährigen Jubiläum in 2009 wurde ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus gesegnet.

Weitere Informationen erhalten Sie in der 2009 erstellten Chronik zum 125-jährigen Jubiläum.

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